Kryptowährungen sind längst kein Nischenthema mehr – und das gilt besonders für Krypto-Nutzer:innen in Österreich. Immer wieder kursiert die Zahl, dass rund 18% der österreichischen Bevölkerung Bitcoin, Stablecoins oder andere digitale Assets besitzen. Doch was steckt wirklich dahinter? Und wie haben sich die Zahlen seit 2021 entwickelt? In diesem Artikel nehmen wir die aktuellen Studiendaten für dich unter die Lupe – von den ersten belastbaren Umfragen bis zur brandneuen BearingPoint-Studie aus dem Sommer 2026. Und, wer in Österreich Kryptowährungen hält, sollte auch wissen, wie man steuerliche und regulatorische Hürden meistern kann aussieht – genau dabei helfen wir bei questr täglich.
Die aktuellen Zahlen 2026: BearingPoint-Studie zu Kryptowährungen in Österreich
Die aktuellsten Daten zur Krypto-Nutzung in Österreich liefert eine Studie von BearingPoint, durchgeführt über das Marktforschungsinstitut YouGov im Juni 2026. Für Österreich wurden dabei 1.003 Personen ab 18 Jahren befragt – repräsentativ nach Alter, Geschlecht und Region gewichtet.
Krypto-Nutzer Österreich 2026: Was die BearingPoint-Studie zeigt
- 18% der Österreicher:innen nutzen Kryptowährungen täglich bis gelegentlich
- 36% der 18- bis 24-Jährigen nutzen Krypto täglich bis gelegentlich
- Frauen: 10% | Männer: 26% (Krypto-Nutzung)
- 28% sehen Kryptowährungen als geeignete Anlageform
- 19% sehen Krypto als geeigneten Inflationsschutz
- 36% halten Krypto für eine potenzielle internationale Handels-/Reservewährung
Quelle: BearingPoint / YouGov, Juni 2026, n = 1.003 (Österreich)
Zum Vergleich: In Deutschland nutzen laut der Studie nur 11% Kryptowährungen täglich bis gelegentlich, in der Schweiz sind es 23%. Österreich liegt damit im DACH-Raum über dem deutschen Niveau und unter der Schweiz.
Krypto-Nutzer Österreich: Wie sich die Zahlen seit 2021 entwickelt haben
Betrachtet man die Studien der vergangenen Jahre, zeigt sich ein klares Bild: Die Krypto-Nutzung in Österreich ist stetig gewachsen – wenn auch nicht so explosiv, wie manche Prognosen es vorhergesagt hatten.
2021: Die ersten belastbaren Daten
Im Jahr 2021 befragten Handelsverband und MindTake Research über 1.000 Österreicher:innen: 14% hatten bereits in Kryptowährungen investiert, 2% besaßen sogar NFTs – wobei 73% noch nie von NFTs gehört hatten.
Statista erhob im selben Jahr unter über 2.000 Befragten, dass rund 12% der Österreicher:innen Kryptowährungen besitzen – mehr als in Deutschland (10%), aber weniger als in der Schweiz (17%).
2022: Kryptowährungen werden beliebter
Im Mai 2022 befragte Ernst & Young 1.500 Personen in Österreich: 13,8 % gaben an, aktuell Kryptowährungen zu halten, 18,8% hatten zumindest schon einmal in Krypto investiert. 3,5% investierten in NFTs.
Eine parallele Umfrage von YouGov und BearingPoint sprach sogar von 20%, die schon einmal in Kryptowährungen investiert hatten.
2024: Bitpanda-Umfrage bestätigt Wachstum
Auf Basis einer Umfrage von Bitpanda (durchgeführt mit YouGov für mehrere europäische Länder) wird angenommen, dass circa 18% der Österreicher:innen im Jahr 2024 Kryptowährungen besaßen. Österreich lag damit auf Platz 2 hinter der Schweiz (23 %) und vor Deutschland (11 %).
2026: BearingPoint-Studie zeigt differenzierteres Bild
Die aktuelle BearingPoint-Studie 2026 fragt nicht nach Besitz, sondern nach aktiver Nutzung: 18% der Österreicher:innen nutzen Krypto täglich bis gelegentlich. Diese Zahl ist mit den Vorjahreswerten nicht direkt vergleichbar, da die Fragestellung abweicht – sie gibt aber Aufschluss über die tatsächliche Alltagsrelevanz von Kryptowährungen. So sieht die Entwicklung in den Umfragen zusammenfassend aus:
| Jahr | Krypto-Nutzung / Besitz Österreich | Quelle |
| 2021 | 12–14% (Besitz) | Statista / Handelsverband |
| 2022 | 13,8–20% (aktiv / je investiert) | Ernst & Young / BearingPoint |
| 2024 | 18% (Besitz) | Bitpanda / YouGov |
| 2026 | 18% (aktive Nutzung) | BearingPoint / YouGov |
Kryptowährungen: Eine Frage der Generation?
Ja – eindeutig. Die BearingPoint-Studie 2026 zeigt das deutlicher denn je:
- 36% der 18- bis 24-Jährigen in Österreich nutzen Kryptowährungen täglich bis gelegentlich
- Im österreichischen Gesamtdurchschnitt sind es 18%
- Zum Vergleich: In der Schweiz nutzen 36% der 18- bis 24-Jährigen Krypto, in Deutschland 35%
Diese Zahlen erinnern an die Erkenntnisse aus der Bitpanda-Umfrage 2024, zeigen aber einen klaren Anstieg bei jüngeren Investor:innen. Die Bitpanda-Umfrage 2024 sah Millennials mit 28% an der Spitze, gefolgt von Gen Z (21%), Gen X (16%) und Boomern (8%). Die jüngeren Generationen sind somit klar die Triebkraft hinter der breiteren Nutzung von Kryptowährungen. In der Praxis zeigt sich jedoch, dass bei Krypto-Nutzer:innen aller Altersgruppen in Österreich noch Wissen zu steuerlichen und regulatorischen Regeln aufgebaut werden muss. Hier setzen wir bei questr und auf unserer Plattform cryptotax an, wo wir ein kostenloses Informationsangebot für ganz Österreich geschaffen haben.
Wer in Österreich Kryptowährungen kauft, verkauft oder tauscht, muss Transaktionen korrekt dokumentieren und die Steuer berechnen. Unser jährlicher Krypto Steuer Guide (gemeinsam mit Enzinger Steuerberatung) erklärt, was du wissen musst.

Frauen oder Männer – wer investiert eher in Kryptowährungen?
Der Geschlechterunterschied bei Krypto-Investments ist laut BearingPoint / YouGov 2026 nach wie vor deutlich – hat sich aber im Vergleich zu früheren Studien etwas verändert:
Geschlechterverteilung bei Krypto-Nutzung (täglich bis gelegentlich)
Österreich 2026: Frauen 10% | Männer 26%
Deutschland 2026: Frauen 6% | Männer 15%
Schweiz 2026: Frauen 15% | Männer 31%
Zum Vergleich – Ernst & Young 2022 (Österreich):
Frauen 7 % | Männer 20 %
Interessant: Der Anteil von Frauen, die Kryptowährungen nutzen, ist in Österreich von 7% (2022) auf 10% (2026) gestiegen. Der Männeranteil ist mit 26% (2022: 20%) deutlich angewachsen. Das deutet darauf hin, dass Kryptowährungen für beide Geschlechter zunehmend relevanter werden.
Österreich: Krypto als Anlageform oder Inflationsschutz
Neben der reinen Nutzung ist interessant, wie Österreicher:innen in der aktuellen Umfrage Kryptowährungen als Anlage- und Schutzinstrument bewerten:
- 28% sehen Kryptowährungen als geeignete Anlageform (Deutschland: 23%, Schweiz: 37%)
- 19% sehen Krypto als geeigneten Inflationsschutz (Deutschland: 18%, Schweiz: 24%)
- Zum Vergleich: Gold als Anlageform: 66% (Österreich), als Inflationsschutz: 65%
Wer Kryptowährungen als Teil eines Anlageportfolios hält, muss dabei jedoch die Dokumentation im Blick haben, um Krypto-Investments später wieder problemlos auf ein Bankkonto auszahlen zu können. Bei questr helfen wir dir, deine Krypto-Transaktionen sauber zu dokumentieren – egal ob für die Steuererklärung, einen Mittelherkunftsnachweis oder die Aufarbeitung vergangener Jahre. Einfach Termin vereinbaren:

Gabriel Marchesan
COO | Senior Crypto Compliance Analyst
Krypto-Nutzer Österreich: Prognosen für die kommenden Jahre
Die Bitpanda-Umfrage 2024 zeigte, dass damals 41% der Millennials und 37% der Gen Z innerhalb von 12 Monaten in Kryptowährungen investieren wollten. Statista hatte für 2025 sogar über 40% Krypto-Investor:innen in Österreich prognostiziert – eine Zahl, die sich offenbar nicht bestätigt hat.
Die BearingPoint-Studie 2026 zeigt: Das Wachstum ist real, aber moderater als erwartet. 18% aktive Nutzer:innen sind ein solider Wert – vor allem wenn man bedenkt, dass die Frage nach „aktiver Nutzung“ strenger ist als die nach bloßem Besitz. Und, der prognostizierte Anstieg bei jüngeren Generationen ist zumindest bei den 18- bis 24-jährigen eingetreten.
Stimmen die Zahlen zur Krypto-Adoption in Österreich wirklich?
Eine berechtigte Frage – denn Umfragewerte zu Kryptowährungen können stark variieren, je nach Fragestellung, Stichprobe und Zeitpunkt. Studien fragen unterschiedlich – „Haben Sie je Krypto besessen?“ vs. „Nutzen Sie Krypto regelmäßig?“ – und liefern sehr verschiedene Ergebnisse:
- Stichprobengröße und Methodik beeinflussen die Zahlen erheblich
- Online-Umfragen überrepräsentieren tendenziell jüngere, digitalaffine Bevölkerungsgruppen
- Viele Faktoren können dazu führen, dass Krypto-Besitz über- oder unterberichtet wird
Trotz aller Einschränkungen zeichnen die Studien gemeinsam betrachtet ein aber klares Bild: Kryptowährungen haben sich in den letzten Jahren in Österreich etabliert.
Fazit: Krypto in Österreich – weit verbreitet
Von 12% im Jahr 2021 über 18% Krypto-Anleger:innen im Jahr 2024 bis zu 18% aktiver Nutzer:innen laut BearingPoint 2026: Die Entwicklung zeigt, dass Kryptowährungen in Österreich breit verankert sind. Besonders die jüngeren Generationen, Millennials und Gen Z, treiben die Adoption voran. Gleichzeitig wächst das Bewusstsein dafür, dass Krypto-Investments Verantwortung mit sich bringen – steuerlich, rechtlich und im Umgang mit Behörden und Finanzdienstleitern.
Genau hier kommen wir ins Spiel: Bei questr unterstützen wir Privatpersonen und Unternehmen dabei, ihre Krypto-Transaktionen lückenlos zu dokumentieren, Datensätze aufzubereiten und Mittelherkunftsnachweise zu erstellen. Gemeinsam mit cryptotax by enzinger bieten wir dir ein zusätzlich ein Full-Service rund um alle steuerlichen Fragen zu Krypto-Assets in Österreich.
Hast du Fragen zu deinen Krypto-Transaktionen, brauchst du Hilfe bei der Datenaufbereitung oder möchtest du mehr über unsere Leistungen erfahren? Schreib uns einfach – wir freuen uns auf deine Nachricht!

Gabriel Marchesan
COO | Senior Crypto Compliance Analyst
Da es sehr kompliziert sein kann, Krypto-Investitionen nachzuweisen, haben wir eine Checkliste für deinen Krypto-Mittelherkunftsnachweis erstellt, damit du keine wichtigen Belege vergisst! Hier geht’s zum gratis Download auf unserer Plattform cryptotax.

Weitere Beiträge zum Thema Österreich:
Folge uns auf Social Media, um nichts zu verpassen – auf Instagram, X und LinkedIn teilen wir aktuelle Tipps und Expertenmeinungen mit dir!
Disclaimer: Die Information in diesem Beitrag gibt bloß einen ersten Überblick und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie kann ein ausführliches und individuelles Beratungsgespräch nicht ersetzen. questr übernimmt keine Haftung für die Richtigkeit, Aktualität und Vollständigkeit dieser Information.
In der Krypto-Welt kommt es immer wieder dazu, dass auch erfahrene Anleger:innen ihre Kryptowährungen durch Betrug verlieren, denn: Krypto-Scams mit Bitcoin und Co. sind weit verbreitet, werden immer professioneller und können täuschend echt wirken, wie die Beispiele in diesem Artikel zeigen werden.
Worauf jede:r achten sollte und wie du dich durch einfache Vorsichtsmaßnahmen vor Krypto-Betrug schützen kannst, erklären wir dir hier.
Tipp 1: Krypto-Betrugs-Warnungen schnell recherchieren
Bevor du in Kryptowährungen investierst – durchsuche die Datenbanken von Behörden nach Warnungen zu jener Firma oder Plattform, in die du investieren willst.
Dies ist sehr einfach und schnell möglich, denn du kannst den Namen einfach in eine Suchfunktion eingeben:

Ein Blick in die Datenbank dauert nur Sekunden. Wir haben dir hier Links zu solchen Datenbanken zusammengestellt:
Finanzmarktaufsicht (FMA) Österreich
Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) Deutschland
Financial Conduct Authority (FCA), UK
Department of Financial Protection and Innovation (DFPI) USA, Kalifornien
Tipp 2: Erkenne typische Krypto-Betrugsmaschen
Es gibt die verschiedensten Arten von Krypto-Scams und einige davon sind wirklich ausgeklügelt. Daher ist es empfehlenswert, sich immer über aktuelle Betrugsmaschen zu informieren, um nicht in die gleiche Falle zu tappen, wie andere zuvor.
Address Poisoning oder Address Spoofing
Krypto-Adressen bestehen aus einer Reihenfolge alphanumerischer Zeichen. Jede Adresse kommt auf einer Blockchain nur einmal vor und unterschiedliche Adressen lassen sich für geübte Augen meist auf einen Blick unterscheiden, da sich oft schon die ersten Zahlen und Buchstaben unterscheiden.
Blockchain-Explorer wie Etherscan zeigen aufgrund der Länge von Adressen üblicherweise nur die ersten und die letzten Ziffern an:

Diese vereinfachte Darstellung haben sich Betrüger zunutze gemacht. Sie schicken einen geringen Betrag Kryptowährung („Dust“) von Adresse X, die Adresse A des Nutzers so weit ähnelt, dass die im Blockchain-Explorer angezeigten Zeichen fast diesselben sind, an Adresse B des Nutzers.

Will sich der Nutzer etwas von Adresse B an Adresse A zurückschicken, kopiert er vielleicht aus Versehen die fast-idente Adresse X der Betrüger, statt seiner eigenen Adresse A. Die gesendeten Kryptowährungen können nicht mehr zurückgeholt werden.
In einem aktuellen Fall von Krypto-Betrug schickte ein Nutzer über 1.000 WBTC mit einem Wert von mehreren Millionen Euro an eine Adresse, die seiner zum Verwechseln ähnlich sah, nachdem er von dort 0.05 ETH erhalten hatte. (Quelle)
Falsche Coins
Betrüger erstellen neue Kryptowährungen mit denselben Namen wie etablierte Kryptowährungen. Diese werden dann zum Beispiel mit Airdrops beworben, für die man sich anmelden kann – was die eigene Adresse für Krypto-Betrug anfälliger macht.
Wie erkennt man diese Fälschungen?
Es lohnt sich ein Blick in den jeweiligen Blockchain-Explorer, z.B. Etherscan. Ein blaues Häkchen neben dem Namen der Kryptowährung bedeutet, dass Etherscan den Token verifiziert hat. Ist das Häkchen farblos, wurde diese Kryptowährung nur teilweise verifiziert und es ist Vorsicht geboten. Mit gelben Warnhinweisen warnt Etherscan außerdem vor bereits bekannten problematischen Kryptowährungen, die mit Scams in Verbindung gebracht werden.
Weitere Hinweise für eine gefälschte Kryptowährung ist außerdem ein fehlendes Marktvolumen (market cap) und ein Token Contract, der sich vom Contract der echten Kryptowährung unterscheidet.

Falsche Krypto-Plattformen
Es gibt falsche Krypto-Plattformen, die täuschend echt wirken. Diese stellen ein virtuelles Depot der Anleger:innen dar und zeigen Kursentwicklungen und Renditen, z.B. für Bitcoin.
Die Kursentwicklungen werden jedoch so manipuliert, dass das Depot erstaunliche Gewinne abzuwerfen scheint. Das Depot existiert in Wirklichkeit nicht, die eingezahlten Gelder verschwinden und können nicht mehr ausgezahlt werden.
Zugang zu solchen Fake-Plattformen bieten beispielsweise dazugehörige Apps, die einfach im Google Play Store oder im Apple App Store angeboten werden. Überzeugende positive Bewertungen inklusive. Aktuell verklagt Google zwei App-Entwickler, die mutmaßlich 87 solcher falscher Investment-Apps erstellten und damit 100.000 Nutzer:innen erreichten. (Quelle)
Beispiel: Versicherung gegen Verluste
Krypto-Anleger „Bob“ glaubt bei höheren Investitionen eine Versicherung gegen Kapitalverlust abzuschließen. Kann das sein?
Über eine Einladung zu einer Gruppe auf Social Media kommt Bob zu einem Bitcoin-Investment auf einer Plattform. Diese wirbt mit minimalem Risiko, denn zahlt man mehrere tausend Euro ein, besteht angeblich eine Versicherung gegen Kapitalverlust. Bob legt also mehr an, als er ursprünglich geplant hat, um zusätzliche Sicherheit durch diese Versicherung zu erlangen. Als Bob schließlich versucht, sein Guthaben auszuzahlen, wird er telefonisch unter Druck gesetzt, noch mehr zu investieren. Wochen später erfährt er in den Medien, dass er einem Krypto-Betrug aufgesessen ist. (Quelle)
Dadurch kommt es zum Totalverlust des Investments, aber es kann noch schlimmer kommen, wie das folgende Beispiel zeigt:
Beispiel: Kredit statt Anlage
Im Namen von Krypto-Anleger:innen wurden Kredite bei einer Bank aufgenommen. Wie konnte das passieren?
Durch erfolgreiche Werbung auf Social Media, wurde Anlegerin Susi von sogenannten Finanzagenten dazu gebracht, 250 Euro in Bitcoin und andere Kryptowährungen zu investieren, die bald eine hervorragende Wertsteigerung vorweisen konnten. Daher wurde zur Investition weiterer tausender Euro geraten und eine Kontoeröffnung bei einer maltesischen Bank angeregt. Um die Kontoeröffnung durchzuführen, musste Susi ein Video-Ident Verfahren bei der Bank durchlaufen. Jedoch ging es dabei nicht um eine Kontoeröffnung, wie gedacht, sondern um die Legitimation für einen Kreditantrag. Gelder aus diesen Krediten flossen an die Betrüger. Susi und die anderen betroffenen Anleger:innen bekamen ihre Investitionen nicht zurück und hatten nun auf in ihren Namen laufende Kredite bei einer Bank in Malta. Gleichzeitig hatten die Betrüger Schadsoftware auf den Computern der Betroffenen installieren können und konnten sensible Daten inklusive der Daten für das Online-Banking sammeln. (Quelle)
Pig Butchering: Falsche Freunde
Eine häufige Betrugsmasche ist auch das sogenannte „Pig Butchering“, wo sich aus zufälligen Bekanntschaften im Internet scheinbar tiefe Freundschaften entwickeln. Dafür wird den Betroffenen zum Beispiel per SMS, Messenger-Dienste oder Social-Media-Plattformen über längere Zeit eine enge Freundschaft vorgespielt.
Irgendwann erwähnt der neue Freund eine unfassbare Möglichkeit, Geld in Kryptowährung zu investieren. Es wird so getan als habe der Freund dort selbst schon viel verdient. Die Empfehlung durch den angeblich engen Freund kann dazu führen, dass man nicht mehr genau recherchiert. Man investiert auf einer täuschend echt aussehenden Plattform oder App, die eine falsches Portfolio vorspielen. In Wirklichkeit ist das Geld schon weg – es war ein ausgeklügelter Krypto-Betrug.
Beispiele: Unbekannte Nummer
Pig Butchering kann mit harmlosen Nachrichten beginnen, die scheinbar versehentlich an die eigene Nummer gesendet wurden: „Hallo, Sabine. Ich bin’s. Leider kann ich heute nicht zum Mittagessen kommen. Können wir den Termin verschieben?“ oder „Hey.“
Die Nummer des Opfers kann zufällig ausgewählt sein, es kann aber auch eine ganze Datensammlung dahinterstecken, die Betrüger z.B. aus Social-Media Profilen zusammenstellen. So können ähnliche Interessen als Gesprächsbasis vorgespielt werden. Zum Beispiel so: „Bist du das, Peter? Wir waren letzte Woche zusammen auf dem Golfplatz und ich habe den Schläger gefunden, den ich dir geben wollte.“ (Quelle)
Exit Fraud und angebliche Hacker
Im Rahmen von Initial Coin Offerings (ICOs) kann es zu großen Versprechungen kommen, was die zukünftigen Wertsteigerungen einer neuen Kryptowährung betrifft. Handelt es sich dabei um Krypto-Betrug, wird den betroffenen Anleger:innen ein gut laufendes Unternehmen vorgespielt und einiges dafür getan, dass der Betrug nicht auffliegt.
Beispiel: Der angebliche Hacker
Tom erfährt von der Möglichkeit in ein ICO zu investieren. Mit hohen Gewinnversprechen wird er zu einer größeren Investition motiviert. Jedoch meldet sich nach einiger Zeit das Unternehmen und meldet: Ein Hacker habe alle Gelder gestohlen. Diese Betrugsmasche wird „Pretend Hacker“ genannt. Ein Hacker-Angriff wird fingiert, damit keine weiteren Fragen gestellt werden. Der Kontakt mit dem Unternehmen bricht ab, Tom hat die ganze Investitionssumme verloren. (Quelle)
Ponzi Schemes
Die bereits genannten Beispiele können noch trickreicher sein, wenn erste Gewinnauszahlungen klappen.
In sogenannten Ponzi Schemes (auch Pyramidenspiele genannt) werden eine Zeit lang Gewinne tatsächlich ausgezahlt. Jedoch stammen diese nicht aus erwirtschafteten Renditen aus Kryptowährungen, sondern aus den Einzahlungen neuer Kund:innen.
Alle wiegen sich in Sicherheit, da Gewinne tatsächlich ausgezahlt werden, bis das System zusammenbricht, weil nicht mehr genug Geld durch Neukundinnen und -kunden hereinkommt, um die Auszahlungen früherer Kund:innen zu decken. Ein Ponzi Scheme kann über Jahre aufrecht bleiben, solange genug neue Investorengelder gesammelt werden.
Pump and Dump
Ebenso in Sicherheit wägen sich Investor:innen bei der Betrugsmasche „Pump and Dump“. Eine Gruppe von Personen kauft große Mengen eines unbedeutenden Krypto-Assets auf und lockt durch gezielte Verbreitung von Falschinformationen in den Sozialen Medien mit unglaublichen Renditen bei diesem Krypto-Asset (dieses Werben wird „Pump“ genannt).
Sobald genug Investor:innen angelockt wurden und der Kurs des Krypto-Assets in die Höhe getrieben wurde, verkaufen die Betrüger die von ihnen gehaltenen Bestände des Krypto-Assets („Dump“).
Dadurch kommt es zum Kurssturz und während die Betrüger mit Kursgewinnen aussteigen konnten, erleiden die geköderten Investor:innen hohe Verluste. (Quelle)
Phishing
Durch Phishing wird beispielsweise versucht an Private Keys von Bitcoin-Anlegern zu kommen. Hierfür werden offiziell aussehende Emails oder Briefe verschickt, die dazu anleiten, sich mit seinen privaten Schlüsseln auf sehr überzeugend gefälschten Webseiten einzuloggen. Diese Daten werden dann abgegriffen und mit den Private Keys haben Betrüger Zugriff auf die Kryptowährungen.
Falsche Social-Media-Profile und Giveaway-Krypto-Betrug
Betrüger erstellen täuschend echt aussehende Social-Media-Profile von Personen, die vertrauenswürdig wirken, oder auch von bekannten Influencern und Prominenten, und werben beispielsweise damit, dass man ein Vielfaches zurückbekommt, wenn man einen gewissen Betrag überweist oder an eine Adresse schickt. Oft wird kommuniziert, dass dies eine einmalige Möglichkeit sei, die man sofort ergreifen müsse.
Tipp 3: Druckausübung, Dringlichkeit und hohe Versprechen sind Warnsignale für Krypto Betrug
Generell gilt bei Krypto-Scams das gleiche wie bei anderen Arten des Finanzbetrugs: Ist ein Angebot zu gut, um wahr zu sein, sollte man besonders vorsichtig sein.
Auch wenn z.B. über Anrufe oder Nachrichten Druck gemacht wird zu investieren, mehr zu investieren oder sich das Geld nicht auszahlen zu lassen, sollten alle Alarmglocken schrillen – auch wenn man sich wie beim Pig Butchering eigentlich sicher ist, dass es sich um einen Freund oder um eine vertrauenswürdige Person handelt, mit der man spricht.
Hier sind die wichtigsten Warnsignale kurz zusammengefasst:
- Hohe und sichere Gewinnversprechen
- Dringlichkeit
- Druck, z.B. sollst du schnell Geld überweisen, da die Chance sonst vertan ist
- Das Gefühl „zu gut um wahr zu sein“
- Ein „Geheimtipp“
- Viel Marketing
- Keine Details zu Whitepaper, Teammitgliedern, etc.
- Kostenlose Angebote, z.B. keine Gebühren.
Tipp 4: Auch erfahrene Krypto-Investor:innen sollten genau hinsehen
Die hier genannten Beispiele betreffen häufig Situationen, in denen zum ersten Mal in Kryptowährungen investiert wird. Jedoch gibt es, wie diese Auflistung zeigt, leider auch erfolgreiche Versuche durch Betrugsmaschen an die Bestände langjähriger Investor:innen zu kommen.
Vorsicht ist natürlich auch beim Auszahlen von Kryptowährungen geboten. Wir raten hier unbedingt zu seriösen Plattformen. Unsere Beratung zu Mittelherkunftsnachweisen hilft dir weiter, wenn die Bank nachfragt oder du größere Summen auszahlen willst!

Gabriel Marchesan
COO | Senior Crypto Compliance Analyst
Lies hier weiter, um zu erfahren, wie du deine Krypto-Gewinne ohne Schwierigkeiten auf dein Bankkonto auszahlen kannst: Krypto in Euro auszahlen: Kann die Bank mein Konto sperren?
Folge uns auf Social Media, um nichts zu verpassen – auf Instagram, X und LinkedIn teilen wir aktuelle Tipps und Expertenmeinungen mit dir!
Disclaimer: Die Information in diesem Beitrag gibt bloß einen ersten Überblick und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie kann ein ausführliches und individuelles Beratungsgespräch nicht ersetzen. questr übernimmt keine Haftung für die Richtigkeit, Aktualität und Vollständigkeit dieser Information.
Voraussichtliche Lesedauer: 3 Minuten
Die Nutzer und Nutzerinnen von Kryptowährung in der Schweiz: Wie viele Menschen in der Schweiz besitzen Bitcoin und Co?
In diesem Beitrag stellen wir dir alle aktuellen Statistiken zur Nutzung von Kryptowährungen in der Schweiz vor.
Die Schweiz gilt allgemein als krypto-affiner als andere Länder in Europa.
Im Vergleich zu Deutschland und Österreich sehen verschiedene Statistiken schon lange eine breitere Akzeptanz von Kryptowährungen in der Schweiz.
Vom Jahr 2020 zum Jahr 2021 stieg der Anteil von Kryptowährungs-Nutzer:innen in der Schweiz von 11% auf 17%, wie eine Statista-Umfrage ermittelte.
Eine Umfrage von YouGov im Auftrag von Bearing Point, aus dem Jahr 2022, spricht sogar davon, dass 21% der Schweizer:innen bereits Kryptowährungen besessen haben, wobei unklar ist, ob diese Personen weiterhin Kryptowährungen halten.
Stimmen diese Zahlen zu Kryptowährungen in der Schweiz?
Wie in anderen Ländern, ist die Datenbasis zum Thema Nutzung von Kryptowährungen auch in der Schweiz noch sehr gering.
Die aktuelle Zahlungsmittelumfrage der Schweizerischen Nationalbank (SNB) sagt aus, dass nur 6% der Schweizerinnen und Schweizer Bitcoin oder andere Kryptowährungen besitzen.
Auch zeigt diese Umfrage, dass Nutzer von Kryptowährung in der Schweiz Kryptowährungen hauptsächlich als Wertanlage und nur selten als Zahlungsmittel nutzen.
Männer oder Frauen, alt oder jung – wer sind die typischen Nutzer von Kryptowährung in der Schweiz?
Kryptowährungen werden in der Schweiz vorrangig von Männern gehalten. Etwa dreimal so viele Männer wie Frauen sind Nutzer von Kryptowährung.
Die meisten Menschen, die Kryptowährung besitzen sind laut der SNB-Umfrage weniger als 55 Jahre alt, wobei die am stärksten vertretene Altersgruppe jene zwischen 15 und 34 Jahren ist.

In welche Krypto-Assets investieren die Schweizerinnen und Schweizer?
Eine weitere Umfrage, durchgeführt von PWC im Juni 2022, zeigt, dass 23% der Nutzer:innen von Kryptowährungen bereits NFTs gekauft haben.
In dieser Grafik zeigt diese Umfrage die beliebtesten Krypto-Assets in der Schweiz:

Bitcoin und Ethereum sind erwartungsgemäß an der Spitze, aber auch viele weitere Altcoins scheinen weit verbreitet zu sein.
Folge uns auf Social Media, um nichts zu verpassen – auf Instagram, X und LinkedIn teilen wir aktuelle Tipps und Expertenmeinungen mit dir!
Disclaimer: Die Information in diesem Beitrag gibt bloß einen ersten Überblick und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie kann ein ausführliches und individuelles Beratungsgespräch nicht ersetzen. questr übernimmt keine Haftung für die Richtigkeit, Aktualität und Vollständigkeit dieser Information.
