Um Regeln der Krypto Compliance bzw. AML einzuhalten, müssen sowohl Banken als auch Krypto-Plattformen in Österreich und anderen EU-Ländern bei bestimmten Transaktionen Nachweise über die Herkunft der Mittel verlangen. Besonders wichtig ist hierfür in Österreich das Finanzmarkt-Geldwäschegesetz, das gewisse Sorgfaltspflichten vorsieht.

Krypto Compliance: Sorgfaltspflichten gemäß dem Finanzmarkt-Geldwäschegesetz in Österreich

Es schreibt bestimmte Maßnahmen vor, die Banken und Krypto-Plattformen umsetzen müssen, um ihre Kund:innen zu identifizieren, deren Identität zu verifizieren und die Mittelherkunft zu überprüfen. § 6 FM-GwG regelt den Umfang der Sorgfaltspflichten wie folgt:

Wie funktioniert eine Mittelherkunftsprüfung bei Kryptowährungen?

Zwei Schritte sind hier grundlegend: Einerseits muss geprüft werden, woher die Euro-Mittel für Investitionen in Krypto-Assets stammen. Andererseits muss die Herkunft der Krypto-Assets geprüft werden. Unsere Checkliste für deinen Krypto-Mittelherkunftsnachweis hilft dir beim Auszahlen deiner Bitcoin auf dein Bankkonto! Hier geht’s zum gratis Download auf unserer Plattform cryptotax:

Schritt 1: Herkunftsprüfung der Euro-Mittel

Zuerst ist die Herkunft der Euro-Mittel für die Investition in Krypto-Assets zu prüfen. Dazu sind z.B. die Berufs- oder Geschäftstätigkeit, das Einkommen bzw. Geschäftsergebnis oder die allgemeinen Vermögensverhältnisse der Kund:innen zu erfragen. Unterlagen, die in diesem Zusammenhang regelmäßig von Banken und Krypto-Plattformen verlangt werden, sind beispielsweise:

Schritt 2: Herkunftsprüfung der Krypto-Assets

In einem weiteren Schritt ist die Mittelherkunft im Bereich der Krypto-Assets zu prüfen. Banken und Krypto-Plattformen verlangen hier beispielhaft folgende Unterlagen:

Was passiert, wenn Kund:innen keine oder unzureichende Auskunft über die Herkunft ihrer Mittel (Euro und Krypto-Assets) geben?

Banken und Krypto-Plattformen können sich entscheiden, die Geschäftsbeziehung nicht zu beginnen oder eine bestimmte Transaktion nicht durchzuführen. Dies ist eine gängige Praxis, wenn die erforderlichen Informationen zur Mittelherkunft nicht zur Verfügung gestellt werden, da Banken und Krypto-Plattformen sonst das Risiko eingehen, unwissentlich Geldwäsche oder Terrorismusfinanzierung zu unterstützen.

Mehr dazu: Krypto in Euro auszahlen: Kann die Bank mein Konto sperren?

Wenn Kund:innen die Herkunft ihrer Mittel nicht offenlegen können oder wollen und dies unter verdächtigen Umständen geschieht, können Banken und Krypto-Plattformen verpflichtet sein, diese Vorfälle als verdächtige Aktivität an die Geldwäschemeldestelle im Bundeskriminalamt zu melden.

Krypto Compliance: Was passiert, wenn Banken und Krypto-Plattformen ihre Sorgfaltspflichten nicht einhalten?

Wenn Banken und Krypto-Plattformen die Sorgfaltspflichten, wie sie im Finanzmarkt-Geldwäschegesetz (FM-GwG) festgelegt sind, nicht einhalten, können Strafen aber unter Umständen auch aufsichtsrechtliche Maßnahmen (z.B. Entzug oder Einschränkung von Betriebslizenz) von der Finanzmarktaufsicht in Österreich (FMA) verhängt werden.

AML und Compliance: Wie können Krypto-Transaktionen geprüft werden?

Krypto-Assets hinterlassen in der Regel nachverfolgbare Spuren auf der Blockchain. Um die Herkunft von Kryptowährungen nachzuvollziehen, kann zum Beispiel die Transaktionshistorie inklusive Transaktions-Belege (z.B. Hash, Belege von Plattformen) ebenso wie die Kursentwicklungen der betroffenen Kryptowährungen herangezogen werden.

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Gabriel Marchesan

Gabriel Marchesan
COO | Senior Crypto Compliance Analyst

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